{"id":649,"date":"2023-01-03T08:13:12","date_gmt":"2023-01-03T08:13:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gruene-dettelbach.de\/?p=649"},"modified":"2023-01-03T09:32:19","modified_gmt":"2023-01-03T09:32:19","slug":"biolandwirtschaft-nachhaltige-lebensmittel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gruene-dettelbach-schwarzach.de\/?p=649","title":{"rendered":"Biolandwirtschaft &#8211; Nachhaltige Lebensmittel"},"content":{"rendered":"\n<p>Unsere Landwirtschaft sichert unsere Lebensgrundlage. Unser Dank muss also allen heimischen B\u00e4uerinnen und Bauern gelten. Sie stellen mit ihrer wertvollen Arbeit leckere und gesunde Lebensmittel her, die zudem nicht um die halbe Welt transportiert werden m\u00fcssen, um auf unseren Tellern zu landen. Im Wandel hin zu Nachhaltigkeit, Umweltschutz, Tierwohl und Artenvielfalt ist die Landwirtschaft ein zentraler Ansprechpartner. Dieser Wandel kann nur zusammen mit den Landwirten gelingen.<\/p>\n\n\n\n<p>Biolandbetriebe stellen eine besonders umweltvertr\u00e4gliche Form der Bewirtschaftung dar. Ende des Jahres 2022 besuchte ich den Biolandbetrieb Eberth in Prosselsheim, um mich \u00fcber die Vorgehensweisen und Chancen, aber auch die Risiken, N\u00f6te und W\u00fcnsche des Betriebs zu informieren. Der Biolandbetrieb Eberth baut ausschlie\u00dflich Nutzpflanzen an und kann eine beeindruckende Vielfalt vorweisen. Neben den &#8222;klassischen&#8220; Feldfr\u00fcchten wie Kartoffeln, Zwiebeln, Zuckerr\u00fcben, Dinkel und anderen Getreidesorten, setzt der Betrieb auch auf hierzulande neuere Sorten wie Soja und Kichererbsen. Diese Diversifizierung der angebauten Sorten hilft dabei mit, gegen\u00fcber Klimakrise und Turbulenzen der erzielten Preise resilienter zu werden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"370\" src=\"https:\/\/www.gruene-dettelbach.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Saaten-800x370.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-651\" srcset=\"https:\/\/www.gruene-dettelbach-schwarzach.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Saaten-800x370.jpg 800w, https:\/\/www.gruene-dettelbach-schwarzach.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Saaten-400x185.jpg 400w, https:\/\/www.gruene-dettelbach-schwarzach.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Saaten-768x355.jpg 768w, https:\/\/www.gruene-dettelbach-schwarzach.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Saaten-1536x710.jpg 1536w, https:\/\/www.gruene-dettelbach-schwarzach.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Saaten-2048x947.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Soja, Ackerbohne, Kirchererbse, Dinkel &#8230; eine Diversifizierung der angebauten Sorten vermeidet eine Auslaugung der B\u00f6den, reduziert Risiken bei Preisschwankungen und Extremwetterperioden<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Biolandwirtschaft arbeitet mit gezielter Fruchtfolge und einem komplexen, detaillierten Wissen \u00fcber Wechselwirkungen von Sorten und Bodenqualit\u00e4t, um die Leistungsf\u00e4higkeit der B\u00f6den zu erhalten oder zu steigern und die Ertr\u00e4ge zu sichern. &#8222;D\u00fcngung in der konventionellen Landwirtschaft ern\u00e4hrt die Nutzpflanzen, Biolandwirtschaft  ern\u00e4hrt den Boden&#8220;, so Landwirt Eberth. Die D\u00fcngung der B\u00f6den erfolgt dabei vordringlich \u00fcber stickstoffbindende Pflanzen wie Luzerne, die dann zudem als Futterpflanzen genutzt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Gespr\u00e4ch mit Christopher Eberth und dessen Vater wurde deutlich, wie viel Wissen notwendig ist, um die komplexen Zusammenh\u00e4nge in ein optimales Gleichgewicht zu bringen. Gleichzeitig ist ein h\u00f6herer Personalaufwand notwendig, um die manuelle Unkrautentfernung statt dem Einsatz von Herbiziden zu erm\u00f6glichen. Faszinierende neue Technologien erm\u00f6glichen es beispielsweise beim Anbau von Zuckerr\u00fcben f\u00fcr jede ges\u00e4te Pflanze eine Geo-Lokation zu markieren. Moderne Ackermaschinen k\u00f6nnen durch diese Information zentimetergenau den Boden um die Pfl\u00e4nzchen herum bearbeiten. Schnelles Internet an jeder Milchkanne? Ja, bitte!<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">N\u00f6te, Sorgen und W\u00fcnsche<\/h2>\n\n\n\n<p>Landwirtinnen und Landwirte m\u00fcssen als selbstst\u00e4ndig t\u00e4tige Betriebe wirtschaftlich arbeiten k\u00f6nnen. Sie stehen mit ihrem eigenen Verm\u00f6gen f\u00fcr Wetterrisiken und Preisschwankungen an den M\u00e4rkten ein. Es gibt viele Herausforderungen, die vonseiten der Gesetzgeber, aber auch der Verbraucherinnen und Verbraucher abgemildert werden k\u00f6nnen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Es existiert eine Vielzahl von Zertifizierungslabels. Die Vergabe jedes einzelnen Zertifikats ist mit j\u00e4hrlichen Kosten verbunden. Eine Vereinheitlichung und Reduktion der Labels w\u00fcrde Kosten und Aufwand sparen.<\/li>\n\n\n\n<li>Es existieren viele fixe Sperrfristen, beispielsweise f\u00fcr D\u00fcngung mit G\u00fclle und Silage. Diese orientieren sich nicht an der jeweiligen Wetterlage. Eine Stichtagflexibilisierung in Abh\u00e4ngigkeit der konkreten Wetterlage, mit der M\u00f6glichkeit, auf lokaler Ebene Deadlines um wenige Tage zu verschieben, w\u00fcrde die Arbeit der Betriebe erleichtern und Nachhaltigkeit der Bodenbearbeitung steigern. Eine solche Flexibilisierung und Festlegung der Stichtage k\u00f6nnte auf regionaler Ebene durch die zust\u00e4ndigen Landwirtschafts\u00e4mter gesteuert werden.<\/li>\n\n\n\n<li>Zunehmende D\u00fcrreperioden in den Sommermonaten erfordern den Aufbau von Wasserreservoirs, und die faire Verteilung der Ressource Wasser.<\/li>\n\n\n\n<li>Eine Erh\u00f6hung des Bioanteils aus regionaler Produktion f\u00fcr Mensen und Kantinen, die sich in \u00f6ffentlicher Hand befinden, w\u00fcrde Biolandbetrieben mehr Sicherheit geben, da sie sichere Absatzm\u00f6glichkeiten h\u00e4tten.<\/li>\n\n\n\n<li>Bewirtschaftung muss langfristig geplant werden. Im Falle des Fruchtwechsels ist die Auswahl von Feldfr\u00fcchten Jahre im Voraus notwendig. Gesetzes\u00e4nderungen m\u00fcssen langfristiger erfolgen, um den Betrieben Planungssicherheit zu geben.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was Verbraucherinnen und Verbraucher tun k\u00f6nnen<\/h2>\n\n\n\n<p>Gerade im Zusammenhang mit Preissteigerungen im Jahr 2022 drehen Menschen beim Einkauf verst\u00e4ndlicherweise jeden Euro doppelt um. \u00d6kologische Landwirtschaft kostet in der Produktion mehr, aber gute Lebensmittel haben ihren Preis und Arbeit sollte fair entlohnt werden. Biolandwirte sp\u00fcren aktuell den Preisdruck und wir alle sollten uns beim Einkaufen bewusst sein, welchen gro\u00dfen Wert lokal und \u00f6kologisch produzierte Lebensmittel haben. Wir sollten deshalb bewusst darauf achten, was wir kaufen und was uns gute Lebensmittel wert sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine ganz konkrete M\u00f6glichkeit besteht aber auch darin, ohne Umweg bei den Betrieben direkt einzukaufen. Beispielsweise hat der Biolandbetrieb Eberth ein Verkaufsh\u00e4uschen, wo jahresabh\u00e4ngig Feldfr\u00fcchte direkt gekauft werden k\u00f6nnen: Kartoffeln, Zwiebeln, Wassermelonen stehen im H\u00e4uschen bereit und werden von den K\u00e4uferinnen und K\u00e4ufern selbst gewogen und bezahlt &#8211; entweder bar in die Kasse oder per Paypal! Ich w\u00fcnsche dem Biolandbetrieb Eberth dabei viel Erfolg und konnte mich bereits davon \u00fcberzeugen, wie lecker die frisch produzierten Kartoffeln und Zwiebeln schmecken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><em>Wolfgang Lenhard<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unsere Landwirtschaft sichert unsere Lebensgrundlage. Unser Dank muss also allen heimischen B\u00e4uerinnen und Bauern gelten. 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